Führen unterschiedliche Schätzmethoden zu unplausiblen Unterschieden bei der Größe der nicht beobachteten bzw. der Schattenwirtschaft? Eine vorläufige Antwort

10/03/2026

Economics

Friedrich Schneider

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Schneider, F. (2023). Do different estimation methods lead to implausible differences in the size of nonobserved or shadow economies? A preliminary answer. Annual Review of Resource Economics, 15, 23.1–23.21. https://doi.org/10.1146/annurev-resource-090822-114308

Dieser Überblicksartikel bewertet drei mikroökonomische und drei makroökonomische Schätzansätze, um zu prüfen, ob bei der Bestimmung der Größe der nicht beobachteten Wirtschaft bzw. der Schattenwirtschaft unrealistische Unterschiede auftreten. Während einige makroökonomische MIMIC-Schätzungen höher ausfallen als Ergebnisse des statistischen Diskrepanzansatzes, zeigen die MIMIC-Ansätze nach einer Korrektur für Doppelzählungen vergleichbare Resultate. Makroökonomische Ansätze erfassen in der Regel nicht nur typische Aktivitäten der Schattenwirtschaft, sondern auch freiwillige Arbeit, Do-it-yourself-Tätigkeiten sowie klassische kriminelle Aktivitäten. Aufgrund dieser breiteren Abdeckung führen makroökonomische Ansätze naturgemäß zu höheren und oftmals umfassenderen Schätzungen als mikroökonomische Verfahren. Werden jedoch entsprechende Anpassungen vorgenommen, liegt die mit dem MIMIC-Ansatz geschätzte Größe der Schattenwirtschaft nahe bei den Ergebnissen, die durch mikroökonomische Befragungsansätze ermittelt werden. Daher sollten Behauptungen, makroökonomische Ansätze würden systematisch unrealistisch hohe Werte liefern und auf unrealistischen Annahmen beruhen, kritisch überdacht werden.

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